Kreuzbandoperation

Verbesserte Stabilität
Vorderes und hinteres Kreuzband erfüllen im Kniegelenk eine wesentliche Funktion in der Stabilisierung des Gelenkes. Gemeinsam mit den muskulären Strukturen des Oberschenkels gewährleisten sie auch unter großen Belastungen durch Arbeit oder Sport eine stabile Gelenkführung und verhindern frühe Abnutzung und Zerstörung des Gelenkes.

Durch die Zunahme sportlicher Aktivität und beruflicher Belastungen kommt es in den letzten Jahrzehnten immer häufiger zu Kreuzbandverletzungen und Kreuzbandrissen – insbesondere am vorderen Kreuzband. Moderne arthroskopische Methoden ermöglichen im Rahmen einer Kreuzband-Operation den minimal invasiven Ersatz eines zerrissenen Bandes zum Beispiel mit eigenem Sehnengewebe zur Vermeidung von Folgeschäden.





Die Kreuzbandverletzung


Das vordere und hintere Kreuzband liegen als wesentliche Stabilisatoren zentral im Kniegelenk. Das vordere Kreuzband ist aufgrund seiner speziellen Belastung sehr viel verletzungsanfälliger als das hintere. Häufig reißt es an seinem Ansatz im Oberschenkelknochen, manchmal im Bandverlauf und selten knöchern am Unterschenkelansatz aus. Von selbst vernarbt das Band nicht mit ausreichender Stabilität.



Folgen einer Kreuzbandverletzung


Nach dem Unfallereignis stehen Schmerzen und oft starke Schwellungen im Vordergrund. Die Gehfähigkeit und Belastbarkeit ist häufig beeinträchtigt. Es kommt zur Bewegungseinschränkung.
Ohne operative Versorgung klingen die anfänglichen Schmerzen unter Schonung in einigen Wochen ab. Oft finden Verletzte wieder zu einer normalen Alltagsbelastung zurück. Selbst Sportfähigkeit kann manchmal sogar eingeschränkt wiederhergestellt werden.
Ein gerissenes Kreuzband heilt allerdings aufgrund seiner Gewebeeigenschaften nicht ab. Es resultiert eine Instabilität des Gelenkes, die nicht immer durch einen gezielten Muskelaufbau kompensiert werden kann.
So treten unter neuerlicher Belastung des Gelenkes häufig Instabilitätsprobleme auf. Das Gelenk gibt unter Belastung nach und es kommt zu Verrenkungen, Wegknicken und oft auch zu Stürzen.
Wiederholen sich diese Ereignisse können die Menisken und die sensiblen Knorpelflächen beschädigt werden.
Diese Begleitschäden machen dann eine operative Versorgung oft unumgänglich.



Behandlungsziel


Mit einer Kreuzband-Operation verfolgen wir das Ziel, unseren Patienten zu einer vollen Belastbarkeit bei Schmerzfreiheit zu verhelfen.
Ist durch die in der Praxis durchgeführten Untersuchungen und eine evtl. Bildgebung im MRT eine Läsion des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert worden, raten wir unseren Patienten regelmäßig zur arthroskopischen Sanierung des Befundes.
Ziel ist neben der Vermeidung von Instabilitätsproblemen in Beruf und Freizeit vor allem die Prävention von Folgeschäden, insbesondere der Arthrose. Wir vermeiden so spätere größere operative Eingriffe wie die Implantation von Endoprothesen (Gelenkersatz).




Operationsmethoden


Die früher üblichen offenen Operationsverfahren werden bereits seit etlichen Jahren nicht mehr durchgeführt.
Durch Verletzungen oder Verschleiß aufgetretene Schäden können heutzutage unter Sicht durch das Arthroskop minimal invasiv operiert werden.
Hierbei werden nur zwei sehr kleine Hautschnitte am Kniegelenk vorgenommen, durch die ein optisches System sowie die erforderlichen sehr feinen Instrumente in das Gelenk eingeführt werden können. Bei dieser sogenannten „Schlüssellochchirurgie“ kontrollieren wir in der SPORTPRAXIS den Befund und den Verlauf der orthopädischen Operation unter Sicht auf einem Bildschirm. Die Videodokumentation wird unseren Patienten auf Wunsch am folgenden Tag demonstriert.
Als Ersatz für das verletzte vordere Kreuzband wird ein zuvor über einen separaten Hautschnitt aus dem Knie des Patienten entnommener Sehnenstreifen im Verlauf des ursprünglichen Bandes in Unter- und Oberschenkel eingezogen. Wir bevorzugen in der SPORTPRAXIS Transplantate aus der Patellarsehne, alternativ kann auch Semitendinosusmaterial verwendet werden. Aus Stabilitätsgründen bevorzugen wir die Fixierung des Transplantates im Knochen mit Hilfe von Schrauben. Wir verwenden gerne biointegrable Materialien.
In seltenen Fällen kann bei einem nur teilweisen Abriss des vorderen Kreuzbandes eine sog. Mikrofrakturierung im Ursprungsbereich zum Wiedereinheilen der verletzten Struktur führen. Es werden hierbei kleine Bohrungen im Wundbereich eingebracht. Nach frischen Verletzungen kann diese eine gute Alternative zum kompletten Ersatz darstellen.




Nachbehandlung


Am Kreuzband operierte Patienten können die Praxisklinik bereits wenige Stunden nach dem Eingriff verlassen. Betreut durch Familienangehörige oder Freunde erholen sie sich am Tag der Operation bei verordneter Bettruhe.
Am Folgetag wird in der SPORTPRAXIS ein erster Verbandswechsel durchgeführt. Der Operateur erläutert den Verlauf des Eingriffs sowie die erhobenen Befunde und die durchgeführten Maßnahmen. Eingegangen wird hierbei besonders auf die notwendige Abstimmung hinsichtlich der Kooperation des / der Operierten mit dem Physiotherapeuten, der bereits am ersten Tag nach dem Eingriff aktiv die Rehabilitation unterstützt. Mit Hilfe eines individuellen Plans wird der / die Operierte über die Nachbehandlung orientiert. Dieser enthält im Normalfall z.B. folgende Angaben:


Thromboseprophylaxe
Grundsätzlich bis zum Erreichen der Vollbelastung erforderlich (bei einem normalen Nachbehandlungsverlauf ohne besondere Vorkommnisse eine Woche postoperativ)

Kompressionsstrümpfe
Grundsätzlich bis zum Erreichen der Vollbelastung erforderlich.
Zum Duschen und Auswaschen der Strümpfe können sie ausgezogen werden.

Belastung
Ab dem ersten Tag darf das operierte Bein in der Regel bis zum dritten Tag nach OP nur bis zu 10 kg belastet werden. Danach schrittweise Steigerung – Vollbelastung nach ca. 10 Tagen.

Bewegung
Flexion am ersten Tag: nur bis max. 30°. Langsame Steigerung.
Bei Fadenzug am zwölften postoperativen Tag ca. 50° Beugung.
Danach Steigerung bis 90° nach sechs Wochen postoperativ.

Eigenständige Übungen
Anleitung zur Durchführung isometrischer Übungen durch den Physiotherapeuten. Hinweis auf Bedeutung der „Hausaufgaben“ durch Operateur und Physiotherapeuten.

Koordinationsschulung
Bei ausreichender muskulärer Stabilität: Beginn mit gezielter Koordinations- und Gangschulung. Gestaltung individuell in Abhängigkeit von Compliance. Evtl. Verlängerung der Behandlung.

Kühlung
Regelmäßige Kühlung des Gelenkes durch den liegenden Verband hindurch ist zu empfehlen.
Verwendung einer speziellen Manschette (Cryo-Cuff) oder Cool-Packs bzw. Eiswürfel.

Duschen
Bereits am zweiten Tag nach der Operation werden die OP-Wunden wasserdicht abgedeckt. Mit diesen Pflastern können unsere Patienten duschen. Vorsicht beim Abtrocknen ist geboten.

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Grundsätzlich ist ein früher Ersatz des gerissenen vorderen Kreuzbandes zu befürworten, um Folgeschäden durch die Instabilität zu vermeiden.
Tatsächlich hängt der Operationszeitpunkt in der Praxis insbesondere von dem Zustand des Kniegelenkes nach der Verletzung und dem Zeitpunkt der Diagnosestellung ab. Ist es bereits zu einer starken Schwellung, Muskelatrophie oder vielleicht auch zu begleitenden Hautverletzungen gekommen, ist häufig eine sorgfältige Vorbereitung des Eingriffs vorzuziehen, um zum Operationszeitpunkt optimale Bedingungen für ein gutes Einheilen des Tarnsplantates zu schaffen.
In allen Fällen sollte der Eingriff in Abstimmung mit dem familiären Umfeld und dem Arbeitgeber geplant werden.
Grundsätzlich sollte bei klarer Diagnose der anstehende Eingriff allerdings nicht sehr lange hinausgezögert werden, um mögliche Folgeschäden durch die Instabilität zu vermeiden und mögliche Begleitverletzungen bestens zu sanieren.
In jedem Fall klären wir in Kooperation mit Ihrem Hausarzt und dem Anästhesisten die Narkosefähigkeit ab.


Die arthroskopische Sanierung eines Kreuzbandschadens stellt einen orthopädischen Standardeingriff dar. Unsere Patienten profitieren von den eingespielten Abläufen des Teams der SPORTPRAXIS im OP und in der Tagesklinik. Die meisten unserer in den letzten mehr als 20 Jahren operierten Patienten haben in den im Rahmen des Qualitätsmanagements durchgeführten Patientenbefragungen ihre Operation als „wenig belastend“ und ihr Ergebnis als „sehr gut“ bzw. „gut“ beurteilt.


Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Operateur, Anästhesist und OP-Team erleben unsere Patienten sehr gut eingespielte Abläufe im OP und in der orthopädischen Praxis. Dies hilft natürlich, Probleme zu vermeiden.
Es besteht bei jedem operativen Eingriff grundsätzlich das Risiko einer Infektion, über das unsere Ärzte jeden Patienten im Vorfeld individuell aufklären.

Von grundlegender Bedeutung ist sicher die genaue Beachtung des vermittelten Nachbehandlungsplans durch den Patienten sowie den in die Betreuung einbezogenen Physiotherapeuten und das familiäre Umfeld des Patienten.


Zum Team der SPORTPRAXIS gehört ein sehr erfahrener Narkosearzt. Dieser wird die erforderliche Allgemeinanästhesie bei jedem Patienten individuell auf der Basis der persönlichen Voraussetzungen und vorliegenden Laborwerte dosieren. Bereits wenige Stunden nach dem Eingriff fühlen sich die meisten unserer Patienten bereits gut erholt von dem schonenden Narkoseverfahren.
Bis zur erreichten Reisefähigkeit bleiben Sie in der Obhut unseres erfahrenen Teams von Krankenschwestern. Vor der Entlassung nach Hause werden Sie nochmals ärztlich untersucht.


Von privaten Krankenversicherungen werden die Kosten im Rahmen der GOÄ in der Regel problemlos erstattet. Eine vergleichbare Operation in einem Krankenhaus wäre in jedem Fall mit höheren Kosten verbunden.
Die Operation wird von den gesetzlichen Krankenkassen vergütet. In manchen Fällen ist der Einsatz von speziellen arthroskopischen Instrumenten empfehlenswert, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um evtl. zusätzliche Kosten im Vorfeld abzuklären. Wir gehen selbstverständlich auf Ihre Wünsche ein.




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